Niederlausitzer Fundgrube

Auszug aus der Zahnīschen Chronik

Feuersbrünste um Kirchhain zwischen 1840 und 1854

In den Jahren 1840 und 1841 entstanden in der Umgebung Kirchhains so viele Feuersbrünste, daß man fast auf den Gedanken einer systematischen Brandlegung kommt, denn Zufall kann es doch unmöglich sein. Wenn sich der Schaden berechnen ließe, den diese Feuersbrünste anrichteten, so müßten enorme Summen zusammenkommen.

Am 7. April 1840, 1 Uhr nachts, brannte die Windmühle im Mittelfelde an der Torgauer Straße weg. Die Mühle gehörte dem Müller Dammenhayn; derselbe baute die Mühle zu Michaelis des Jahres wieder auf.

Links vom Wege beim Forst, am Weinberg wurde 1834 eine Windmühle zum Lohstampfen von den Lohgerbern Niclaus und Flügel erbaut. Die Besitzer mußten jährlich 2 Thaler Erbzins für den Platz an die Stadtkasse entrichten. Die Mühle brannte bald nach der Windmühle im Mittelfelde weg, am 17. Mai 1840.

In Lugau brannte am 16. Juni 1840, nachts, 2 Uhr drei Bauerngüter und des Krügers Scheune weg. Dem Bauern Gütten verbrannte das ganze Vieh, alles Hausgerät, Wagen und sämtliche Kleidungsstücke. Der Bauer nebst Familie flüchtete im Hemde, es blieb nicht mal Zeit zum Ankleiden.

In Hohenleipisch kam 1840 am 15. Juni, abends 10 Uhr im Gasthofe Feuer aus und sind bis zum 16. Juni, morgends 2 Uhr 21 Wohngebäude niedergebrannt.

In Friedersdorf bei Dobrilugk brach am 17. Juni 1840, abends 10 Uhr Feuer aus und brannten in kurzer Zeit 5 Bauergüter und ein Häusler ab. Am 22. Juni desselben Jahres abends 9 Uhr, kam wieder in Friedersdorf Feuer aus und brannten 13 Bauerngüter und Hirten- und Gemeindehaus weg, auch einiges Vieh verbrannte mit.

Am 24 Juni nachmittags kam in Gruhno Feuer aus und brannten zwei Bauergüter weg.

Am selben Tage nachmittags brannte die Ziegelei bei Eichholz ab.

In Schönborn kam am 7. Mai 1841 abends 10 Uhr ein großes Feuer aus und brannten 14 Bauergüter, Pfarrhaus, Schulwohnung und der Kirchturm in zwei Stunden weg. Das Feuer war in der Scheune des Bauers Richter angelegt worden und ergriff mit solcher Schnelligkeit das Wohnhaus, daß der Bauer Richter mit seiner Frau sich nicht mehr retten konnte, auch ein Mann, welcher im selben Hause wohnte, verbrannte mit. Dem Bauer verbrannte das ganze Vieh: 4 Pferde, 14 Stück Rindvieh und viele Schafe. Am 15. Mai, 12 Uhr nachts, kam abermals in Schönborn Feuer aus, beim Mittel-Müller, es verbranntedas ganze Vieh, außerdem fielen noch 4 Bauergüter den Flammen anheim. Auch dieses Feuer war angelegt. Am 23. Juni abends kam in Schönborn zum dritten Male Feuer aus und brannten noch zwei Bauergüter weg. Am 3. September desselben Jahres brannte noch das Haus des Töpfers Schmidt in Schönborn ab. alles Vieh verbrannte mit. Der größte Teil vom Dorfe lag nun in Asche.

Am 15. Mai 1841, abends 11 Uhr, brannte die Windmühle des Müllers Schubert an der Frankenaer Straße ab. Die Entstehung des Feuers ist nicht bekannt geworden.

Am 29. Mai 1841 brannten im Dorfe Massen bei Finsterwalde 25 Bauergüter weg.

Am 13. Juni, morgens 3 Uhr, kam in Hennersdorf bei Schuster Feuer aus und brannten vier Bauergüter weg.

Tags darauf, 14. Juni, kam in Naundorf bei Finsterwalde Feuer aus und brannten vier Bauerngüter weg.

In Friedersdorf bei Dobrilugk brannten am 24. Juni abends abermals 7 Bauergüter und zwei Häuser weg.

In Münchhausen kam am 22. September 1841 abends 11 Uhr Feuer aus und brannten fünf Bauergüter und vier Scheunen ab. Viele Schafe und Schweine, sowie zehn Stück Rindvieh kamen mit um.

Am 27. Februar 1842 brannte an der Torgauer Straße die erste Windmühle nach der Stadt weg. Diese Mühle gehörte dem Tuchmachermeister Kettlitz, derselbe baute eine neue, diese wurde am 19. August 1842 aufgesetzt.

Am 23. Mai 1842 brannte die Hammermühle bei Dobrilugk weg.

Am 22. Oktober 1842 brannte die Windmühle bei Frankena weg.

In Münchhausen entstand am 7. Juni 1843 Feuer und brannten vier Bauergüter und sechs Scheunen weg.

Am 18. Mai 1844 kam in Ponsdorf bei Finsterwalde Feuer aus und brannte das ganze Dorf bis auf zwei Häuser ab.

Am 23. Juni 1844 abends kam auf dem Weinberg Feuer aus und brannte das ganze Gebäude nieder, wobei auch die Dienstmagd mit verbrannte.

Die Windmühle an der Frankenaer Straße, welche am 15. Mai 1841 wegbrannte, wurde nicht wieder dorthin gebaut, sondern der Müller Schubert kaufte von einem Bürger ein Stück Acker, linker Hand an der Frankenaer Straße, für 200 Thaler und baute eine neue sehr schöne Mühle dorthin. Diese Mühle wurde erst Weihnachten 1841 fertig, weil viele Einwendungen gegen den Bau gemacht wurden. Der Müller mußte sich erst mit der Bürger- und Ackerschaft ausgleichen. Als die Mühle früher auf der Frankenaer Straße stand, mußte der Müller jährlich 12 Thaler Erbzins an die Kämmereikasse entrichten; als aber der neue Platz sein Eigentum war, gab er nur vier Thaler Erbzins und 10 Sgr. an die Ackerschaftskasse als Hütungsentschädigung und 5 Sgr. Bürgeranteil jährlich. Diese neue Mühle ging sehr gut; der Müller trotzte mit ihr jedem Winde. Zu Anfang des Monats März 1842 kam ein sehr großer Sturm. Der Müller, auf seine feste Mühle sich verlassend, wollte nicht austüren, sondern meinte, er wolle mal sehen, was sie aushalte. Der Sturm wurde aber zu heftig, so daß die Mühle nicht mehr zu halten war; die Welle brach entzwei und die Windmühlenflügel flogen fort. Die Mühle war furchtbar beschädigt und kaum noch zu reparieren. Aber die Reparatur kam nun von Grund auf, denn die Mühle brannte am 29. März abends 11 Uhr weg. Der Müller hatte 1100 Thaler Brandkasse auf seine Mühle, erhielt aber nur 600 Thaler. Am 12. August wurde dann die neue Mühle aufgesetzt.

Eine der bedeutendsten Feuersbrünste in Kirchhain war wohl der Brand am Staketentore am 17. Mai 1846. Am Abend 10 Uhr des genannten Tages brach in den Scheunen am Staketentore Feuer aus. Die Scheunen waren sämtlich aus Holz gebaut und mit Stroh gedeckt, auch waren in den Scheunen noch bedeutende Vorräte von Stroh aufgespeichert. Die Flamme griff mit rasender Schnelligkeit um sich, in einer Viertelstunde standen 10 Scheunen in Flammen, 7 Scheunen auf der Staketenseite und drei Scheunen standen in den Gärten der Hauptstraße. Das Feuer, welches in den gefüllten Scheunen reichliche Nahrung fand, verbreitete eine so intensive Hitze, daß an ein Löschen der Scheunen nicht zu denken war. Dazu fachte noch ein heftiger Wind aus dem Süden die Flammen zur vollen Macht an, daß die Funken über die ganze Stadt flogen. Jeder Besitzer hatte die größte Obacht auf sein Haus zu geben, da die brennenden Funken überall zu zünden drohten. Die Scheunen am Wege nach Werenzhain schwebten in größter Gefahr, da der Wind die Funken bis auf die Strohdächer der Scheunen trieb. Als aber alle 10 Scheunen in größter Glut standen, sprang unglücklicher Weise der Wind auf Südwest um, die Flammen und Funken flogen über die ganze Stadt und schwebte dieselbe in größter Gefahr. Die Bewohner wurden von einer großen Panik ergriffen, und viele räumten ihre Habseligkeiten aus, denn alle fürchteten, die Stadt würde in Flammen aufgehen. Aber wenn die Not am größten ist die Hilfe am nächsten, was Menschenhände nicht schützen konnten, schützte ein wohltätiger Regen, der sich in der Stunde der Not in Strömen über Kirchhain ergoß. Der Regen hemmte die Uebertragung des Feuers durch Funken und Flugfeuer. 18 Feuerspritzen, welche nach und nach herbeigeeilt waren, schützten die Stadt und dämpften die Gluten. Durch Gottes Hilfe wurde noch diesmal ein namenloses Unglück abgewendet. Die Stimmung der Kirchhainer Bevölkerung wird man sich denken können als sie am Donnerstag nach dem Brande (Himmelfahrtstag) dem Höchsten für die Errettung aus der Not dankten. Die Besitzer der Scheunen waren Schemmel, Dietrich, Krüger, Bönisch, Müller, Finzehlius, Wittich, Köttlitz, Nitzsche und Teichler. Diese Feuer wurde in der Umgebung von 5 bis 6 Meilen gesehen.

Als nach dem Brande der Scheunen am Staketentore die Scheunen einen anderen Platz erhielten, wurde der Platz, wo die Eckscheune gestanden, umgegraben. Dabei fand man Knochen und einen Menschenschädel, welcher in der Scheunentaft vergraben worden war. Der Arzt besichtigte denselben und konstatierte, daß der Mensch einen scharfen Hieb auf den Kopf erhalten habe, welcher den Tod herbeiführte. Vermutlich ist im Kriege von 1813 ? 14 Jemand erschlagen und dort eingescharrt worden. Es ist ja auch möglich, daß hier ein Verbrechen vorlag, denn nach einer anderen Mitteilung soll in der Flegelschen Gastwirtschaft ein Pferdehändler im Streit erschlagen, seiner Barschaft beraubt und heimlich beseitigt worden sein.
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Das alte Schützenhaus stand am Wiesenwege auf dem Stadtacker und war seine Lage eine bedeutend schönere und angenehmere als die des jetzigen Schützenhauses.
Anmutig lag es in den duftigen Wiesen, fern vom Treiben der Stadt. Vor dem Hause befand sich ein schöner freier Platz, die Schützenwiese, welche durch Pappeln eingerahmt wurde. Die Vogelstange, welche jetzt schon zu den Seltenheiten gehört, fehlte auch beim alten Schützenhause nicht. Doch auch die Tage des alten Schützenhauses waren gezählt; wie manches Alte in den folgenden Jahren dahinging, so nahm auch das Schützenhaus ein Ende. Am 31. Januar 1847 abends 8 Uhr kam auf dem Schützenhause Feuer aus und bald war es nebst Stallung, Scheune und Kegelbahn ein Raub der Flammen, es war in der Brandkasse mit 1650 Thaler versichert. Das eigentliche Schießhäuschen war erhalten geblieben, doch muß es Jemand gehindert haben, denn am 18. Juni 1847 brannte auch dieses ab, doch entdeckte man den Täter nicht. Das Häuschen war mit 50 Thaler versichert. Die Schützengilde baute aber das Schützenhaus nicht wieder auf, sondern der Schützenwirt Küchler besaß an der Dobrilugker Straße ein Viertel Acker und baute dort für das Geld der Schützengilde, welches als Kanum oder eisernes Kapital eingetragen wurde, das jetzige Schützenhaus, dasselbe wurde erst 1848 fertig.

Am 23. Juni 1844, abends kam auf dem Weinberg Feuer aus und brannten die ganzen Gebäude ab. Dabei ereignete sich ein Unglücksfall, das Dienstmädchen kam in den Flammen um. Der Weinbergbesitzer Rost hatte 1842 die Konzession erhalten auf dem Weinberge eine Schankwirtschaft anzulegen. Nach dem Brande verkaufte Rost den Weinberg an Wolf, welcher 1845 die Gebäude wieder aufbaute. Am 17. Januar 1850 brannten dieselben wieder ab. Das Gebäude wurde zwar wieder aufgebaut, brannte aber in der Nacht vom 27. November 1855 zum dritten Male wieder ab. Hierauf trat eine Ruhepause für das Gebäude ein, aber im Oktober 1883 brannten die ganzen Anlagen unter Maschetzky nochmals ab, es wurde wieder aufgebaut, der Besitzer zog aber nach Möllendorf und verkaufte die Besitzungen an Oswald Oettrich zu Kirchhain.

Im Dorfe Drößigk bei Finsterwalde kam am 1. Mai 1846 beim Bauer Schieme Feuer aus. In einigen Stunden waren 16 Bauerngehöfte, das Gemeindehaus und 7 Scheunen in Asche gelegt. Dem Bauer Schieme, bei dem das Feuer auskam, verbrannte das ganze Vieh.

In Zeckerin bei Sonnewalde kam am 12. Mai 1846 im Pachthofe Feuer aus, es verbrannten sämtliche Wirtschaftsgebäude und zwei daneben stehende Güter, das Herrenhaus blieb erhalten. An Vieh verbrannten 10 Schweine und einige Schafe. In Eichholz kam am 5. Oktober 1846 beim Bauer Marx Feuer aus, es brannten 5 Bauerngüter ab, auch 7 Kühe und einige Schweine kamen um.

Am 13. August 1847 wurde auch Sonnewalde von einem großen Brandunglück betroffen. Das Feuer kam beim Färber Wölfert aus, welcher am Luckauer Tore wohnte. Der Wind kam aus Morgen und trieb die Flammen dem Schlosse zu. Es war damals eine große Trockenheit und das Wasser mangelte. In kurzer Zeit brannten 30 Wohnhäuser, das Brauhaus und 88 Hintergebäude, es brannte die ganze Reihe Häuser auf der Mitternachtseite vom Luckauer Tore bis zum Schlosse, nebst der Hintergasse. Am 2. September brannte auch noch das Haus am Luckauer Tore weg, welches stehen geblieben, aber doch beim Brande beschädigt war.

In der Nacht zum 25. August brannte das Brauhaus in Finsterwalde ab. Es stand auf dem Markt, die Einwohner wollten es gerne weghaben, man vermutet daher, daß es mit Fleiß angezündet sei.

Bei einem starken Gewitter am 20. Juli 1848 schlug der Blitz in Oppelhain beim Richter im Stallgebäude ein. Es brannten 12 Bauerngehöfte, 2 Häusler und 3 Scheunen ab. Dem Richter waren noch 1100 Thaler Geld verbrannt, vielmehr zerschmolzen.

In Kirchhain kam am 17. April 1849 früh 3 Uhr in der hinteren Ritterstraße Feuer aus und brannte die Scheune des Gastwirts Oettrich ab. Die Scheune stand nahe am Hause des Tuchmachers Windisch, letzteres wurde auch beim Brande beschädigt.

In Sonnewalde kam am 18. Mai 1849 Feuer aus, es brannten 10 Scheunen ab. Es war der Tag nach Himmelfahrt und gerade Jahrmarkt.

In Werenzhain brach am 27. August 1849 Feuer aus beim Bauer Bucken, es brannten 10 Bauerngüter ab, es verbrannte viel Getreide, 11 Stück Rindvieh und 3 Schweine.

Am 17. Juni 1851, nachts 12 ? Uhr, brach im Wohnhause des Tuchmachers Seyffert in Kirchhain, Ritterstraße, Feuer aus und brannten vier Häuser ab, die Hintergebäude blieben meist unversehrt.

Bei einem Gewitter im August 1851 schlug der Blitz in die Getreidescheune des Ritterguts Stechau ein. Sämtliche Scheunen mit dem darin befindlichen Getreide wurden ein Raub der Flammen. Als sich dies ereignete, feierte der Besitzer Röder seinen Geburtstag, wozu viele Gäste geladen waren. Alle waren fröhlich bei der Mahlzeit versammelt, es sollte eben auf das Wohl des Besitzers getrunken werden, als der Blitz einschlug. Der Brandschaden wurde auf 20 000 Thaler geschätzt.

Im Jahre 1852 brannte die Plumpmühle nebst Spinnerei und Dampfwerk ab, die Wirtschaftsgebäude blieben jedoch unversehrt. Im Laufe des Jahres ist das Etablissement wieder aufgebaut worden.

Am 18. April 1854, abends 10 Uhr wurde auch Kirchhain durch eine bedeutende Feuersbrunst heimgesucht. Es brach in den Scheunen vor der Stadt, rechter Hand der Torgauer Straße Feuer aus, wodurch sämtliche 10 Scheunen ein Raub der Flammen wurden.

Das Dorf Gröbitz wurde 1854 am 21. April, abends 10 Uhr durch ein schreckliches Brandunglück heimgesucht. Das ganze Dorf, mit Ausnahme der Schule und Schmiede wurde eingeäschert. Es kamen in den Flammen sieben Personen um und außerdem verbrannten 100 Stück Vieh.

Die alten Klostergebäude in Dobrilugk, welche in schweren Zeiten manchem Sturm getrotzt, fielen auch der verheerenden Macht des Feuers zum Opfer. - Am 20. November 1852 entzündete sich in einem Vorgelege im Kloster, der für die Gerichtslokale nötige Torf. Schon am Vormittag bemerkte man, daß das Feurungsmaterial in Brand geraten war, doch löschte man das Feuer, welches noch keine große Ausdehnung erreicht hatte. Das Gerichtspersonal, welches die Dämpfung des Feuers ausführte, war aber fabelhaft nachlässig und leichtsinnig, man begnügte sich damit, den Torf vollständig mit Wasser zu begießen, ohne sich zu überzeugen, ob die Glut verlöscht sei, oder wie es regelrecht gewesen wäre, den in Brand geratenen Torf auszuräumen. Dieses fahrlässige Handeln sollte sich bitter rächen. Das Vorgelege war oben mit einer Holzverschalung abgedeckt, worauf eine Menge Stroh lagerte. Der Torf, welcher noch nicht vollständig gelöscht war, geriet abermals in Brand. Das Feuer ergriff bald das darüber lagernde Stroh, welches in Brand geriet und das Element schnell verbreitete, dadurch erreichte es eine solche Ausdehnung in kurzer Zeit, daß ein Löschen kaum noch möglich war. Es war ungefähr kurz nach 5 Uhr nachmittags, als das Feuer zum vollständigen Ausbruch kam. Die Löschgerätschaften genügten nicht zur Bekämpfung des Feuers und bald war das altehrwürdige Klostergebäude total ausgebrannt. Die Mauern, welche Jahrhunderte land den Stürmen der Zeit widerstanden hatten, waren auch durch das Feuer nicht vernichtet worden; angeschwärzt ragten sie empor aber leergebrannt war die Stätte. - Das Gerichtslokal befand sich im westlichen Flügel, im ehemaligen Refektorium der Cisterziensermönche. Die Akten und Utensilien des Gerichts wurden gerettet. Die Kirche und auch das Schloß schwebten in größter Gefahr, wäre der Wind nur weniger günstig gewesen, so hätte das Schloß und die Kirche leicht ein Raub der Flammen werden können. Das ehemalige Fabrikgebäude, welches dem Förster Heinze zu Kemlitz gehörte, wurde bei diesem Brande mit eingeäschert. Der östliche und westliche Flügel des Klosters wurde abgerissen, der südliche aber wieder ausgebaut und zur Stallung eingerichtet. Dieses Gebäude ist nun noch das einzige Ueberbleibsel aus der alten Zeit, welches erhalten geblieben ist. Leider ist es nur wenig und ein Uneingeweihter ahnt nicht die Bedeutung dieses winzigen Gebäudes. Mit dem Kloster ist wohl eins der ältesten Bauwerke der Lausitz zugrunde gegangen, welches auf eine ruhm- und segensreiche Zeit zurückschauen konnte. - Das Alte fällt und neues Leben blüht aus den Ruinen. - Bis zur Ablösung des Zinsgetreides, welches von 1820 bis 1840 erfolgte, dienten die Klostergebäude auch als Schüttboden. Vor dem Brande waren auch einige Räume im Kloster vermietet.

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